Ich selbst habe als Schüler das Gymnasium Horkesgath besucht. An den naturnahen Schulhof, das starke Engagement des Fördervereins, in dem damals auch mein Vater aktiv mitwirkte, und vor allem an das Schulleben dort erinnere ich mich bis heute gerne zurück. Auch in meiner Zeit als Schülersprecher habe ich damals wertvolle Erfahrungen sammeln können, weswegen mir die Schule besonders am Herzen liegt.
Umso erschrockener war ich, als ich erstmals von den Plänen der Verwaltung erfahren habe, das Gymnasium künftig nach Hüls zu verlagern.
Denn noch vor kurzer Zeit sah die Planung der Stadt ganz anders aus. Noch 2024 wurde die Weiterentwicklung des Schulzentrums Horkesgath vorangetrieben. Die Verwaltung kam damals in einer Machbarkeitsstudie sogar zu dem Ergebnis, dass dort eine wirtschaftlich machbare Lösung für einen Ausbau besteht. Entsprechende Konzepte und Interimslösungen wurden beschlossen. Und nun soll derselbe Standort plötzlich aufgegeben werden?
Dieser Kurswechsel ist für viele Eltern, Schüler und Lehrkräfte kaum nachvollziehbar. Noch schwerer wiegt, dass die Schulgemeinschaft bei einer Entscheidung von solcher Tragweite nicht frühzeitig und umfassend eingebunden wurde. Genau so verspielt man das Vertrauen der Menschen in die Kommunalpolitik.
Die große Unterstützung für die Petition zum Erhalt des Standortes zeigt, wie sehr das Thema die Menschen bewegt. Diese Stimmen dürfen nicht einfach beiseitegeschoben werden.
Deshalb wird sich meine Fraktion mit einem Antrag klar dafür einsetzen, zu prüfen, wie das Gymnasium Horkesgath trotz der von der Verwaltung genannten Umstände dauerhaft erhalten werden kann. Gleichzeitig fordern wir, die bisherigen Ausbauplanungen erneut aufzugreifen und transparent darzustellen, weshalb der eingeschlagene Weg plötzlich verlassen werden soll.
Vor weiteren Entscheidungen muss es zudem einen offenen Austausch mit Schülern, Eltern und Lehrkräften geben. Die Verwaltung sollte aus unserer Sicht alles daransetzen, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen.
Bei einer solchen Frage sollte es am Ende nicht darum gehen, von welcher Fraktion welcher Antrag stammt. Es geht um rund 700 Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und die Zukunft eines gewachsenen Krefelder Schulstandortes. Ich hoffe deshalb sehr, dass die anderen Fraktionen unseren Antrag inhaltlich bewerten und ihn nicht ablehnen, nur weil er vom vermeintlich „falschen Absender“ kommt.
Natürlich ist uns bewusst, dass die angespannte Haushaltslage der Stadt Krefeld, der zusätzliche Bedarf an Realschulplätzen und die schwierige Situation der Robert-Jungk-Gesamtschule gewichtige Argumente sind, die bei der weiteren Schulentwicklungsplanung berücksichtigt werden müssen. Eine tragfähige Lösung darf deshalb nicht kurzfristig gedacht sein, sondern muss langfristig funktionieren.
Wir werden uns die Zahlen und Fakten im Schulausschuss daher sehr genau anhören und die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abwägen. Unser Ziel bleibt eine Lösung, die für möglichst viele der Beteiligten tragfähig ist. Dabei dürfen die Stimmen aus dem Horkesgath Gymnasium nicht an den Rand gedrängt werden. Gerade um ihre Schule, ihren Standort und ihre gewachsenen Strukturen geht es bei dieser Entscheidung unmittelbar.
Selbstverständlich betrifft die vorgeschlagene Neuordnung der Krefelder Schullandschaft nicht nur das Gymnasium Horkesgath. Auch die weiteren betroffenen Schulen sowie deren Schüler, Eltern und Lehrkräfte müssen eng, frühzeitig und transparent in die weiteren Planungen einbezogen werden.
Klar ist für mich: das Gymnasium Horkesgath gehört an den Horkesgath!
Dr. Martin Vincentz
Stellv. Vorsitzender der AfD-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld





