Wer die AfD wählt, soll offenbar nicht vertreten werden. Genau das zeigt das jüngste Vorgehen im Krefelder Integrationsausschuss.
Bei der Wahl zum Integrationsausschuss, der ausschließlich von Bürgern mit Migrationshintergrund gewählt wird, wurde die AfD mit fast 25 % der Stimmen stärkste Kraft. Trotzdem gingen bereits in der ersten Sitzung Anfang März sowohl der Vorsitz als auch sämtliche Stellvertreterposten an andere Listen, die deutlich schlechter abgeschnitten hatten.
Doch damit nicht genug: In der vergangenen Sitzung wurde die Geschäftsordnung geändert und ein zusätzlicher dritter Stellvertreterposten geschaffen. Dieser wurde unmittelbar mit einer Vertreterin der „Demokratischen Liste“ besetzt. Einer Liste, die bei der Wahl lediglich 10,48 % der Stimmen erhalten hatte.
Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Tausende Wähler mit Migrationshintergrund, die der AfD ihr Vertrauen geschenkt haben, sollen offensichtlich keinen Einfluss auf die Ausschussleitung erhalten. Ihr demokratisch abgegebenes Votum wird ignoriert, weil es den etablierten Mehrheiten politisch nicht passt.
Besonders bemerkenswert ist dabei, dass gerade jene Politiker, die sonst unablässig von Vielfalt, Teilhabe und Demokratie sprechen, keinerlei Problem damit haben, die Stimmen von Migranten zu ignorieren, sobald diese die „falsche“ Partei wählen. Der Wählerwille zählt offenbar nur dann, wenn das Ergebnis ideologisch erwünscht ist.
Dieses Vorgehen bestätigt den Eindruck vieler Bürger, dass die AfD selbst dort, wo sie den Rückhalt der Wähler hat, unfair behandelt wird. Die Verantwortlichen mögen ihre Posten untereinander verteilen können, verhindern werden sie damit nur eines nicht: dass immer mehr Menschen erkennen, wie mit demokratischen Wahlergebnissen umgegangen wird. Der Wähler sieht das und wird die AfD bei der nächsten Wahl mit einem noch besseren Ergebnis in die Gremien entsenden.




